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25.05.2012

Nachhaltigkeit als Exportschlager

Zukunftsdialog „Industrie 2030“ der Provadis-Hochschule

Wird das Thema „Nachhaltigkeit“ von allen Akteuren in Wirtschaft und Gesellschaft wirklich ernst genommen? Beim Live-Voting im Rahmen des Zukunftsdialoges „Industrie 2030“ der Provadis School of International Management and Technology entschieden sich nur knapp 16 Prozent der Teilnehmer für die Antwort, dass Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat. Knapp ein Drittel der Befragten gestand nur den so genannten „Alternativen“ in Wirtschaft und Gesellschaft zu, sich ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzen, und rund 43 Prozent waren der Meinung, das Thema Nachhaltigkeit werden nur zum „Green Washing“ benutzt. Allerdings sind mehr als 40 Prozent der Befragten der Auffassung, dass Nachhaltigkeit der entscheidende Erfolgsfaktor für die Industrie in Deutschland sei. Rund 46 Prozent entschieden sich für die Antwort „Nachhaltigkeit ist nur eine von zahlreichen Herausforderungen“.

Viele Hürden für nachhaltige Strategien

Die Veranstaltungsreihe „Industrie 2030“ der Provadis-Hochschule richtet sich an Entscheider aus Wissenschaft und Wirtschaft, und beim Live-Voting waren die Teilnehmer auch tatsächlich als „Entscheider“ gefragt. Mit den aufschlussreichen Antworten beeinflussten sie den Verlauf der Diskussion rund um das Thema „Nachhaltigkeit in der Praxis“ – kein triviales Thema, denn der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird zwar in unterschiedlichsten Zusammenhängen immer häufiger strapaziert, doch im realen Unternehmens-Alltag sind bei der Umsetzung nachhaltiger Strategien auch viele Hürden zu überwinden. Die Teilnehmer der Veranstaltung machten deutlich, dass dieses Thema auch Eingang in die Curricula der Hochschulen finden muss.

Industrielles Wachstum und Nachhaltigkeit im Einklang

An einem Standort wie dem Industriepark Höchst mit energieintensiven Branchen und vielen Produktionsanlagen ist der Begriff Nachhaltigkeit eng verbunden mit dem Thema Energieeffizienz und dem schonenden Umgang mit Rohstoffen und natürlichen Ressourcen. „Industrielle Aktivitäten und die Aspekte der Nachhaltigkeit stehen keineswegs im Gegensatz zueinander“, betonte Jürgen Vormann. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Infraserv Höchst, als Betreibergesellschaft des Industrieparks auch für die Energieversorgung zuständig, ist davon überzeugt, dass die technischen Herausforderungen im Sinne einer zukunftsorientierten Energieversorgung gelöst werden können und auch für Industriezweige wie die Chemie- und Pharmabranche nachhaltiges Wachstum in Deutschland möglich ist. Aus Sicht von Dr. Matthias Braun, Geschäftsführer IA Wirkstoffe der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, ist hierbei allerdings auch die Politik gefordert: „Nachhaltigkeit muss im internationalen Wettbewerb bestehen können, sonst können Unternehmen nicht nachhaltig agieren.“ Beispielsweise sei es erforderlich, die besonders effiziente und somit ressourcenschonende Energieerzeugung im Rahmen der Energiewende auch wirtschaftlich attraktiver zu machen. „Es macht keinen Sinn, wenn energieintensive Industrien bei uns nicht überleben können und in Länder abwandern, in denen Nachhaltigkeit bisher keine Bedeutung hat“, so Dr. Braun.

Wichtige Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik

Auch Dr. Michael Kassner, Leiter Region Mitte der Siemens AG, hält ein zielgerichtetes politisches Handeln zur Stärkung der Nachhaltigkeit für erforderlich. Für die deutschen Unternehmen sieht er große Chancen: „Umwelttechnologien können der Exportschlager schlechthin werden. Allerdings muss man bereit sein, Pionierarbeit zu leisten.“ Ähnlich äußerte sich Prof. Dr. Hannes Utikal von der Provadis-Hochschule: „Die Nachhaltigkeits-Diskussion nutzt der Industrie, denn sie stärkt die Wahrnehmung als wichtige Säule des Wirtschaftsstandortes Deutschland, und es wird deutlich, welche Beiträge die Industrie schon heute im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit natürlichen Ressourcen leistet.“ Prof. Dr. Rolf Katzenbach von der TU Darmstadt nahm für die hessische Landesregierung in Anspruch, sich intensiv mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ zu beschäftigen. So hat Hessen im Rahmen der europäischen Wissens- und Innovationsgemeinschaft „Climate-KIC“ das Konsortium „Hessen-RIC“ (RIC steht für Regional Innovation and Implementation Community) ins Leben gerufen, das Aktivitäten von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik koordiniert. „Wir brauchen die interdisziplinäre Zusammenarbeit dieser Bereiche, und in Hessen funktioniert diese Zusammenarbeit auch sehr gut“, so Prof. Dr. Katzenbach. Wie effektiv interdisziplinäre Netzwerke sein können, hatte Hans-Jürgen Cramer, Direktor des Climate-KIC German Centre in Berlin, in seinem Impulsvortrag dargestellt. So konnten durch eine vielschichtige Zusammenarbeit unterschiedlichster Partner bereits zahlreiche Projekte initiiert werden, aus denen nachhaltige Innovationen hervorgehen.

Die Veranstaltungsreihe „Industrie 2030“ der Provadis-Hochschule wird fortgesetzt. Am 23. August geht es um das Thema „Demographischer Wandel“, am 8. November lautet das Schwerpunktthema „Globalisierung“.
Weitere Informationen gibt es unter www.provadis-hochschule.de/industrie2030.



Bei dem Zukunftsdialog „Industrie 2030“ diskutierten Prof. Rolf Katzenbach, TU Darmstadt, Prof. Hannes Utikal von der Provadis-Hochschule, Michael Kassner, Leiter Region Mitte der Siemens AG, Dr. Matthias Braun, Geschäftsführer IA Wirkstoffe Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Jürgen Vormann, Geschäftsführer Infraserv Höchst, und Hans-Jürgen Cramer, Direktor Climate-KIC German Centre in Berlin über Nachhaltigkeit in der Praxis.
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